Erholung & Kultur

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Heute ist Bad Salzdetfurth eher eine Adresse für Suchende, die sich Heilung oder Linderung ihrer Leiden versprechen. Aber auch für Besucher ohne besondere Beschwerden könnte sich eine Stippvisite lohnen – sogar in der Winterzeit.
Blumenfreunde wird es eher im Sommer in die kleine Stadt und ihren Kurpark ziehen. Beete und Pavillons tragen dann bunte Tupfer; das Flüsschen Lamme murmelt quer durch die gepflegten Rasenflächen. Aber die Menschen haben durchaus Respekt vor dem Wasserlauf: Oft hat er in der Vergangenheit Hab und Gut vernichtet. Hausinschriften der alten Fachwerkgebäude verraten davon etwas – und von den Gefahren des Feuers, die von der früheren Salzsiederei ausgingen.

Die Entdeckungstour durch Bad Salzdetfurth und seine Umgebung beginnt am Solebad. Dort bleibt am besten das Auto stehen, weil Stellflächen in der Altstadt rar und überdies nur begrenzt nutzbar sind. Nun schlendert man durch den Kurpark, betrachtet die eindrucksvollen Gradierwerke, die im Sommer ihre Umgebung mit feinem Wasserstaub einhüllen, und kommt schließlich auf dem Weg durch die Unterstraße zum über hundert Jahre alten Hotel „Kronprinz“ mit seinem markanten Turm. Den Kontrast bildet in direkter Nähe der Soltmann: Die langen Beine der 1986 geschaffenen Steinskulptur gehen in Wellen über – als Symbol für das Solewasser und für den maschinellen Abbau unter Tage.

Nun könnte man dem Rundwanderweg R0 folgen, der auf einer Länge von neun Kilometern die kleine Stadt gewissermaßen aus Balkonsicht vorstellt. Die gut markierte Route führt durch den Torbogen des westlich gelegenen Gildehauses hinüber zur Wolfsschlucht, über die Siedlung „Am Ortberg“, den „Faulen Kamp“ und den Klusbachweg sowie den Panoramaweg und das Lange Feld zurück nach Bad Salzdetfurth. Unterwegs ist der südliche Teil des Kurorts gut zu überblicken und deren markanter „Höhepunkt“: der weiße Turm der Lutherkirche.
Zurück in der Altstadt folgt man einfach dem Lauf der Lamme durch Hangweg und die Straße An der Lamme und freut sich über die romantisch wirkenden Perspektiven übers Wasser hinweg auf die fast endlos erscheinenden Reihen von Fachwerkfassaden.
Wer mehr über die Salzdetfurther Geschichte, den Salzabbau und die Bedeutung der Salzhaken auf dem Wappen erfahren möchte, sollte durch die Bahnhofstraße zum St. Georgsplatz gehen.

Im dortigen Stadthistorischen Sole-, Salz- und Kali-Bergbau-Museum kann man einem Salzsieder sowie Bergleuten gewissermaßen über die Schulter schauen und deren einstige Arbeit nachempfinden. Eine Abteilung widmet sich dem Leben des Dekorations- und Porzellanmalers Carl Huter (1861–1912), dessen schweres Halsleiden ihn in die Wissenschaft brachte und in Detmold eine eigene Kuranstalt eröffnen ließ. Ein zweiter Salzdetfurther ist durch seine Melodien unsterblich geworden: Ganz in Kurparknähe lebte der Musiker und Chorleiter Gerd Reichel (1915–1995), der unter anderem die Filmmusik zu „Pippi Langstrumpf“ schrieb. Das Museum ist bei freiem Eintritt montags, donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Andere Termine können unter Telefon (050 63) 96 02 67 verabredet werden. Bei Sonderführungen und/oder einem fachkundigen Bummel durch die komplette Altstadt wird ein kleiner Obolus erbeten.

Keineswegs achtlos vorbeigehen sollte man an der St.-Georgs-Kirche. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gotteshaus steht auf den Grundmauern einer viel älteren Kapelle, die einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen ist. Der Innenraum überrascht durch üppige Deckenmalerei. Auch am Altar finden sich die drei Salzhaken. Eine Besonderheit entdeckt der Besucher an der westlichen Außenwand: Das frisch renovierte Soltmänneken von 1569 ist ein Symbol der Salzpfännergilde und mag dem Schutz der hiesigen Menschen gedient haben. Denn vor Zeiten befand sich der Stein in der Mauer rund um den Ort, später dann am Haus des Bürgermeisters. Erst 1959 hat es seinen heutigen Platz in der Kirchenwand erhalten; nicht zuletzt als bedeutsames Exponat in unmittelbarer Museumsnähe.